Himmelbett

Ich liege in meinem Himmelbett und schaue mich um. Es ist dunkel, eigentlich eher dämmrig obwohl Mitternacht schon rum ist. Die Nacht liegt blau über dem Rasen und Häuser die Geräusche der Nacht sind so laut – weil alles andere ruhig ist.

Im Haus nebenan lässt jemand schnarrend den Rolladen herunter. Eine Klospühlung rauscht. Nach und nach verlöschen die Lichter hinter den Fenstern. An meinem Kopfende steht das Tomatenhaus, zu meinen Füßen der Kirchbaum und hinter dem Komposter raschelt es unaufhörlich.

Ich liege in meinem Himmelbett und fühle mich meiner Umgebung ausgesetzt. Alles ist so nah, keine Wände, keine keine Decke. Direkt neben mir fängt alles an was außerhalb ist. Ich bin gespannt. Hörche auf das rascheln, schaue auf die Lichter. Schlaf? Nicht im Traum!

Bis ich irgendwann hinter den Geräuschen wieder das Rauschen der Stadt höre. Bis das Rascheln am Kompost sich gewohnt anfühlt. Bis meine Augen nicht mehr die Lichter in den Häusern sehen, sondern die Sterne auf dem mattblauen Himmel.

Ich liege in meinem Himmelbett und schaue in den Himmel. Und ich fühle mich meiner Umgebung so verbunden, weil ich ein Teil darin bin, ganz selbstverständlich. Mein ruhiger Atem, der Wind der die Blätter im Kirchbaum zum rauschen bringt. Und mein Herz geht auf, so weit wie der Himmel über mir.


4 Kommentare zu „Himmelbett

  1. Ab und zu habe ich mich auch ins Himmelsbett gelegt. Die Welt rückte beeindruckend nah an mich heran und blieb fremd, einschüchternd, nahezu beängstigend.
    Ein Bett auf einer grünen Bergkuppe, rundherum freie Sicht unter dem Himmel! Das habe ich mir gewünscht erst vorgestern , als der Mond im Schatten der Erde seine Farben wechselte.
    Konntest du ihn beobachten von deinem Himmelsbett aus?
    Genieße den Sommer mit all seinen Himmelsstrahlen!

    Gefällt 1 Person

    1. Oh ja, so ein Himmelbett auf dem Berg wäre toll! Ganz nah an Himmel und Erde gleichzeitig! Leider liegt unser Garten zwischen Häusern, um den Mond zu sehen hab ich dann Freunde besucht, die im 5. Stock wohnen. Das war fast wie auf einem Berg, nur mitten in der Stadt 🙂

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  2. Was für ein schöner Beitrag. Ich konnte glatt den Dortmunder Himmel Über mir sehen.
    ( Obwohl ich denn ja nicht so gut kenne wie du. Aber wird wohl so ähnlich sein, wie unserer 😉 )
    Ebenso das Rauschen der Bäume und das Rascheln im Gebüsch….

    Wir haben am Freitag Abend auch in den Himmel geguckt. Spontan, zu fünft, auf dem Balkon, mit einem Glas Wein. – Auch ein sehr schönes Erlebnis.
    Ich wünsche dir noch viele solche und ähnliche Nächte in deinem Himmelbett. ***(***

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