80 Seiten in 8 Wochen – Tagebuch einer Masterarbeit – Woche 4

Diese Woch war langweilig. Ich habe geschrieben und geschrieben. Aber ich wusste das alles schon. Keine neuen Gedanken, kein Flow, keine geniale Idee… Bäh… Deshalb habe ich einfach viele nette Freizeitsachen in meine Woche eingebaut, die mich dann aber doch auch irgendwie wieder gestört haben… Tja,… ich weiß es auch nicht im Moment.

Die gute Nachricht ist, dass ich nach einigem Verwaltungs-Hürdenlauf endlich auch offiziell die Erlaubnis habe diese Arbeit zu schreiben. Die Anmeldung ist offiziell! Yea! 🙂

Und da nun alles offiziell ist, kann ich Euch auch mal kurz über das Thema der Arbeit aufklären 😉

Der ofizielle Titel lautet nun: Architektur und Erinnerung. Jüdisches Museum Berlin und Kolumba Köln. Also: Gehen wir mal davon aus, das Architektur immer auch Kommunikation ist, und Erinnerung ebenfalls durch Kommunikation gebildet wird, wie kommuniziert dann Architektur Erinnerungen?

Architektur kommuniziert durch Stilmittel (Säulen, Schmuck, Symbole, Architekturzitate etc.) aber auch durch die Raumkonzeption (ist ein Raum groß oder klein, eine Tür hoch oder breit, eine Treppe schmal oder gewunden). Der Besucher eines Museums bewegt sich durch das Gebäude und kann diese Kommunikation intellektuell und emotional aufnehmen und reflektieren.

Auch Erinnerungen werden zum einen durch Emotionen, aber eben auch durch unser Wissen geprägt. m kollektiven Gedächtnis werden diese Information durch Kommunikation weiterverbreitet – dazu gehört auch die Architektur“Sprache“, die sich bewusst auf historisches beziehen kann und so zu einer Deutung der Vergangenheit beiträgt.

Ihr merkt schon worauf das Ganze hinausläuft: An beiden Museen gibt es sowohl architektonische Mittel als auch Raumkonzeptionen, die sich auf historisches beziehen. Das Jüdische Museum in Berlin von Daniel Libeskind zielt darauf ab, Erinnerung wach zu halten. Kolumba in Köln von Peter Zumthor versteht sich eher als Gedächtnis, das Dinge speichert, sie dem Besucher zeigt und seiner Bewertung überlässt.

Beispiele gefällig? (Bitte zum vergrößern und für kurze die kurzen Erklärungen in den Bildunterschriften einfach auf die Bilder klicken.)

 

Woche 4

Motivation: Fernweh, DIY Ideen und Projekt Pläne machen überwiegt. Was ich alles cooles tun könnte…!

geschriebene Seiten: Insgesamt sind es jetzt 25 Seiten Text. (Der irgendwann auch noch geflickt und gekürzt werden muss.)

So, dass reicht erst mal. Meine To Do Liste ist eh irgendwie nicht mehr so eine Stütze, ich habe ich dem Chaos des Schreibprozesses überlassen und diese Liste losgelassen.

Gefühlte Gefühle:

Manchmal fühle ich mich, als würde ich durch ein Labyrinth gehen: Keine Ahnung was hinter der nächste Ecke lauert, mir fehlt komplett die Orientierung wo ich bin: Irgendwo zwischen Anfang und Ende. Trotzdem bleibt die Gewissheit, dass ich am Ende irgendwo ankomme.

An anderen Tagen fühle ich mich wie in einer Wüste. Alles ist klar und übersichtlich und vorhersehbar, keine Abwechslung, keine Herausforderung… Und trotzdem muss ich weiter gehen.

Und dann saß ich letztens Abends spät am Schreibtisch und mir kam der Gedanke in den Kopf: Ach, Filme schauen kannst du noch dein Leben lang. Masterarbeit schreibst du nur einmal! (In diesem Moment habe ich kurz überlegt, ob ein außerirdisches Wesen meinen Körper übernommen hat und mir Gedanken einpflanzt… O.o)

 

11 Kommentare zu „80 Seiten in 8 Wochen – Tagebuch einer Masterarbeit – Woche 4

    1. Hallo Peter,
      Danke für deinen Zuspruch!
      Ja, es geht wohl vorbei… Und mit 80 Seiten bin ich ja eigentlich auch noch ziemlich gut dran. War so eine Magister oder Diplomarbeit nicht noch länger? Ich höre da immer munkeln…
      Liebe Grüße,
      Marita

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      1. Hallo Marita,
        munkeln? Ein süßes Wort. Ob nun 80 oder 100-120 Seiten ohne Anhang macht den Kohl nun auch nicht fett.Ist in beiden Fällen schon eine ganz schöne Hausnummer. Gut, damals 1993 gab es noch keine gescheiten PCs mit guten Schreibprogrammen, da hieß es per Hand alles vorschreiben und am Ende auf ne Schreibmaschine abtippen. Ich ließ tippen. Eine geschulte Sekretärin übernahm dies für einen Oberlus. Und wenn alles vorbei ist, steht jeder da und schaut wie es weiter geht. Oder um Charles Bukowski zu zitieren:

        “Es gibt einen Ort im Herzen, der sich nie ausfüllen lässt
        einen Raum
        und selbst in den besten Augenblicken
        und den herrlichsten Zeiten
        werden wir es wissen
        mehr denn je werden wir es wissen:
        es gibt einen Ort im Herzen, der sich nie ausfüllen lässt
        und
        wir werden warten und warten
        in diesem Raum.”

        Also keine Angst vor dem Morgen. Mit dem Wissen, wird es klappen.
        Liebe Grüße, Peter

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      2. Hallo Peter,

        Ein schönes Gedicht! Danke 🙂 Es macht mich ein bisschen unruhig und ein bisschen gelassener gleichzeitig 😉

        Ja, welche Arbeit so eine Arbeit macht hat sich wirklich verändert – Heute recherchiere ich online in der Datenbank der Uni Bibliothek, lade mir die Texte als pdf runter, übernehme die Titel per Mausklick in mein Zitationsprogramm und am Ende muss ich ein digitales und zwei gedruckte Exemplare einreichen…
        Subjektiv gesehen, bleibt es natürlich viel, klar. Aber das muss es ja auch, damit man am Ende auch das Gefühl hat etwas geschafft und verdient zu haben 🙂

        Einen schönen Tag Dir,
        Marita

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      3. Die Hilfsmittel haben sich verändert, aber der Fleiß, die Mühe und reichlich Gehirnschmalz sind unveränderlich geblieben. Gut, man muss sich nicht mehr unbedingt in die Bibliothek begeben, dafür lernt man dann auch nicht das süße Erstsemester-Fräulein am Nebentisch kennen. Alles hat halt seine Vor- oder Nachteile 🙂 Verdient hat zum Schluss jeder die Anerkennung. Und du bringst bestimmt eine hervorragende Arbeit zu Papier, davon bin ich überzeugt.
        Bukowski war ein schreibender Trinker, aber er macht einen, mit seiner Sicht, und ich sehe es auch so, aufs Leben, halt gelassener. Auch wenn seine Sprache etwas aus der Form gerät. Ich mag es direkt.
        Liebe Grüße, Peter
        Dir noch einen tollen Tag!

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      4. Hallo Peter,

        Vielleicht sollte ich auch etwas mehr trinken… 😉 Ich mag Direktheit auch sehr!
        Außerdem habe ich beschlossen mich ab nächster Woche auch mal wieder mehr in die Bibliothek zu begeben. Eigentlich mehr um mich besser zu konzentrieren, aber über eine Ablenkung wie du sie beschreibst, wäre ich jetzt auch nicht traurig 😉

        Hab ein schönes Wochenende,
        Marita

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      5. Hallo Marita,

        ohje, was habe ich da angerichtet. Jetzt frönst du verstärkt dem Alkohol, treibst dich nachts in Bibliotheken herum und deine Masterarbeit liest sich schlussendlich wie Marita Bukowski.
        Verdammt Verdammt 🙂
        Liebe Grüße, Peter
        (Hoffe, dies konnte dich etwas ablenken)

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  1. Hallo Marita,
    was für ein kluger Gedanke am Schluss ! Ja,da hat der Außerirdische recht. 😉
    Ich habe zwar keine Masterarbeit oder Diplomarbeit geschrieben, Aber die Jahresarbeit am Ende meiner Ausbildung hat mich auch gefordert.
    Und so anstrengend ich die Zeit auch fand, ich muss sagen es war auch toll, so in ein Thema einzutauchen. es dauerte manchmal ein bisschen, aber dann war es wie eine Welle, auf der ich schwimme.

    Ich hoffe, du findest den Weg durch das Labyrinth ( nimm einen Faden mit 😉 ) und findest in der Wüste immer eine Oase, in der du dich erholen kannst.
    Und ein Blick in die Zukunft lohnt sich manchmal als Motivation : Jetzt sind noch ein paar Wochen Strampeln angesagt, aber dann, irgendwann, bist du fertig – wie toll!!.
    Und danach ist Zeit für Neues………
    ICh wünsche dir noch viel ( Schreib – ) kraft für die nächsten Wochen und ein paar , dir wohlgesonnenen Ausserirdische, die dir ab und zu gute Gedanken einflüstern 😉
    liebe Grüße
    Kathrin

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    1. Hallo Kathrin,
      Danke für deine Gedanken 🙂 Eine Jahresarbeit klingt schon so langwierig… Auf jeden Fall hast du Recht und es ist toll, gefordert zu werden, sich mit intetssanten Themen zu beschäftigen und zu sgen wie alles wächst – eben Arbeit reinzustecken 😉

      Aber ich frage mich auch gerade ein bisschen ob das Ende dieser Zeit überhaupt erstrebenswert ist…? Das wird sich wohl erst zeigen, wenn so weit ist.
      Liebe Grüße,
      Marita

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  2. Hallo Marita,
    ich kann dir ganz gut nachvollziehen, aber was ich hier verfolge, dass du es echt gut schaffst. Du hast noch einen Monat und danach kannst du immer Zeit finden, um zu reisen oder Filme zu sehen, wie du auch schon sagtest.
    Ich war auch im Jüdischen Museum in Berlin und das war echt sehr interessant.
    Ich wünsche dir viel Erfolg!
    Liebe Grüße
    Yusuf

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    1. Hallo Yusuf,
      Vielen Dank für deinen Kommentar. Ich weiß schon, dass ich das ganz gut hinkriegen werde. Ich glaube das nervigste an dieser Arbeit ist auch immer der Gedanke: Ich könnte auch noch mehr machen… Und dann ist es nie genug. Aber ja, ich werde das schaffen. Nur manchmal muss ich ein bisschen jammern 😉

      Ja, das jüdische Museum ist wirklich toll! Leider waren die oberen Stockwerke gesperrt wegen einem Umbau. Ich muss also irgendwann nocheinmal hin. 🙂

      Ein schönes Wochenende,
      Marita

      Gefällt 1 Person

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