Reise Resumee

Als ich vor über einem Jahr angefangen habe diesen Blog zu schreiben, wollte ich in erster Linie meine Gedanken teilen und meiner Freude am formulieren nachgehen. Inzwischen freue ich mich auch über den Austausch, der an manchen Stellen entsteht und darüber, Eure Gedanken zu lesen. Für mich als „Produzentin“ ist das hier aber auch meine persönliche Texsammlung. Und deshalb füge ich hier heute einen Text ein, der schon etwas älter ist und den ich vor einer Weile auf meinem Handy wieder entdeckt habe.

Der Text entstand 2017 nach einer besonderen Reise. Mit zwei Freunden bin ich in dreieinhalb Wochen von Deutschland, durch Frankreich und Spanien bis nach Marokko gereist. Obwohl die Unernehmung nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ geplant war und wir uns eigentlich einfach Zeit nehmen wollten, war es letztendlich auch eine stressige Reise denn wir haben fast jeden Tag den Ort gewechselt, immer Neues entdeckt und kaum Zeit gehabt, die Erlebnisse und Ausblicke auch auf uns wirken zu lassen. Normalerweise schreibe ich auf größeren Reisen gern ausführlich Tagebuch. Bei dieser Reise ist es diese Nachsicht geworden, die dem ganzen im Rückblick einen Rahmen setzt.

Tja was soll ich sagen?
Die Welt ist weit und groß und schön, man muss nur mal hinfahren und hingucken. Dann kann man schon ziemlich viel verstehen.


Ich hab Oliven gepflückt und Zitronen und Granatäpfel. Ich hab Ziegen gesehen, die auf Bäumen stehen und jede Menge Katzen. Und Dattelpalmen.
Ich habe verstanden warum Sofas so wichtig sind in der arabischen Kultur, und Waschbecken und Tee. Und warum es ein besonders Wort gibt, dass man jemandem sagt, wenn man geduscht hat.


Ich habe Tajin gegessen, Kamelfleisch, Torillas und französischen Käse und arabische Süßigkeiten. Ich habe Leute getroffen die für mich gekocht haben. Leute die ihre Heimat lieben und sie gerne zeigen. Ich hab mit Katalanen über Katalonien diskutiert und mit erstaunlich vielen jungen Leuten darüber, dass sie in Ihrem Land wenig Zukunft sehen.


Ich habe zwei Tage krank in einem Hostel gelegen und überlegt was Hustenbonbon auf Spanisch heißt. Und ich habe gemerkt, das Pläne dazu da sind um sie über den Haufen zu werfen und das es am schönsten ist, langsam zu reisen und sich ganz auf den Moment ein zu lassen.


Ich habe gotische Kathedralen bewundert und beeindruckende Moscheen und manchmal beides gleichzeitig. Und Synagogen in arabischen Metropolen. Ich habe gemerkt, wie fruchtbar der Austausch zwischen den Kulturen sein kann. Ich habe den Muezzin rufen hören, aus einem Lautsprecher und in Sevilla auf einem Platz Leute beeten sehen, am Abend vor Allerheiligen.


Ich habe mit Menschen über das nach Hause kommen gesprochen. Und darüber, das sich beim Reisen so vieles ändernt. Persönlich, Zwischenmenschlich, in der Umgebung. Ich habe immer wieder gemerkt, das Reisen ein ziemliches Privileg ist. Und dass es sich lohnt Wissen mit Erfahrung zu tauschen.


Und manchmal muss man gar nicht so weit fahren muss um zu sehen, wie nah die Dinge beienander liegen.

2 Kommentare zu „Reise Resumee

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