Da steckt Arbeit drin

In unserem Garten hat meine Mitbewohnerin Kräuter, Mangold, Zucchini und Tomaten angepflanzt. Bei den momentanen Temperaturen hängen schnell die Blätter, aber Mareike ist unermüdlich. „Den Pflanzen geht’s nicht gut!“ meint sie und steht schon an der Regentonne. Jeden Abend dreht sie die Runde und bewässert alle Pflanzen. Langsam werden die Tomaten rot. Sie sind unglaublich lecker, süß, saftig mit leichter Säure. Nur möglich, weil Mareike jeden Tag gießt, Blättchen zupft, Stängel hochbindet und düngt.

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Wer ist eigentlich „man“?

„Aber das kann man doch nicht machen!“, „Das macht man halt so!“, „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen…“

Ach ja? Macht man das so? Wer ist eigentlich „man“? Scheint ja ein ziemliches Genie in Sachen Alltagslogik zu sein. Man weiß immer weiß was richtig und falsch ist. Man kann sagen, was angebracht ist oder nicht, was wann gesagt, getan oder gelassen werden soll. Man würd sich ja gerne mal treffen, mit man.

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Münsterstraße rauf und runter

Ich liebe die Münsterstraße. Kopfsteinpflaster, Bäume an den Seiten, nette Geschäfte, gute Lokale und viele Menschen auf der Straße. Lebendig. Besonders. Erlebnisreich. Kinder spielen Fußball auf dem Platz vor der Kirche. Abends sitzen die Alten hier in der Sonne.

Falls du aus Dortmund kommst, weißt du vermutlich was ich meine. Wenn du nicht aus Dortmund kommst, dann hab ich dir vielleicht ein Bild in den Kopf gezaubert, dass dich an die verträumte Idylle einer Kleinstadt denken lässt. Wie passt das zu Dortmund?

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Ehrlich sein

Das Thema Ehrlichkeit hat mich aus verschiedenen Gründen in den letzten Wochen sehr beschäftigt. Was bedeutet Ehrlichkeit? Und was heißt es ehrlich zu sein? Ich finde es immer spannend, Begriffe mit denen wir alltäglich hantieren mal zu hinterfragen. Oft stelle ich dabei fest, dass es da so kleine Lücken in der Bedeutung gibt, dass ganz oft auf den Kontext ankommt. Und dass Menschen Dinge unterschiedlich verstehen. Bei der Ehrlichkeit ist es wirklich ein verrückt schwieriges Thema, zumindest für mich und im ersten Moment. Nicht nur, weil wir alle mal kleine Notlügen benutzen um höflich zu sein, sondern weil es eben diese kleinen Bedeutungslücken gibt. Ich möchte deshalb versuchen, einige Begriffe, die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gegangen sind zu ordnen und in Zusammenhang zueinander zu setzen. Mal sehen, was am Ende dabei raus kommt.

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Ciao Roma!

Das wars. Drei Monate Rom sind rum. Am Anfang habe ich mich fremd gefühlt, bin dann immer mehr angekommen. Habe die Unterschiede wahrgenommen, hingehört und hineingefühlt. Rom hat sich verändert, von einer Schnee– wolkenverhangenen historischen Großstadt in ein Dorf mit Charme und frühlingshaften Temperaturen. Ich hatte hier so viele gute Erlebnisse und so viele bereichernde Erfahrungen! Es gibt einiges, was ich vermissen werden…

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Kaffee trinken – eine Kulturtechnik

Wer kennt es nicht: Die Oma hat Geburtstag, pünktlich um 16.00 findet sich die Familie ein. Der Tisch ist festlich gedeckt mit dem besten Geschirr, in der Mitte die Geburtstagstorte und daneben – die Kaffeekanne mit Omas bestem Filterkaffee. Dieses Bild kommt mir in den Kopf, wenn ich versuche die Begriffe „Kaffee“ und „Tradition in Deutschland“ gedanklich mit einander zu verbinden. Natürlich geht das Ganze auch ohne Geburtstag und sogar ohne Oma, stattdessen mit der besten Freundin / dem besten Freund, aber halt gemeinsam mit netten, bekannten Menschen, gemütlich und am besten mit einem Stück Kuchen. Und dem Filterkaffee.

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Auf der Piazza del Popolo

Die Piazza del Popolo ist „meine“ Piazza. Nur einen Steinwurf von der Casa di Goethe entfernt laufe ich fast jeden Tag mehrfach über das Kopfsteinpflaster, rechts oder links am Obelisken vorbei. Kaum ein anderer Ort gehört so sehr zu meinem Alltag in Rom. Mit den ersten Sonnenstrahlen saß ich auf den Stufen zwischen den Löwenbrunnen und je wärmer es wurde, desto mehr erwachte das Leben auf dem Platz. Hier habe ich das chinesische Neujahrsfest erlebt, die Demonstrationen und Kundgebungen von Linken und Rechten vor der Wahl. Und einmal einen ganzen Trupp Schotten, mit zwei Dudelsäcken, der plötzlich mit einem Metal-Gitaristen gemeinsame Sache machte. 😀 Die Piazza ist zu meinem Wohnzimmer geworden, zum Konzersaal, zum Kino. Höchste Zeit für eine verschwommene Momentaufnahme.

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Ein Streifzug durch EUR

Dieser Artikel wurde am 18.04.2018 aktualisiert und um die Links unten erweitert. Näheres dazu in den Kommentaren.

Wie fotografiert man die Architektur des Faschismus? Diese Frage drängte sich mir gerad zu auf, als ich vor einer Weile einen Streifzug durch das römische Viertel EUR unternommen habe. EUR liegt im Süden von Rom und verbindet das historische Zentrum mit dem Meer in Ostia. Das Stadtviertel wurde 1838 von Mussolini für die Weltausstellung 1942 erbaut. Der Name EUR oder eben eigentlich Esposizione Universale di Roma („Weltausstellung Rom“) deutet noch darauf hin. Da die Bauten nicht wie bei anderen Weltausstellungen danach wieder abgerissen werden sollten, wurden sie nicht nur mit einem hohen künstlerischen Anspruch, sondern auch aus hochwertigen und repräsentativen Materialien gebaut.

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