Kaffee trinken – eine Kulturtechnik

Wer kennt es nicht: Die Oma hat Geburtstag, pünktlich um 16.00 findet sich die Familie ein. Der Tisch ist festlich gedeckt mit dem besten Geschirr, in der Mitte die Geburtstagstorte und daneben – die Kaffeekanne mit Omas bestem Filterkaffee. Dieses Bild kommt mir in den Kopf, wenn ich versuche die Begriffe „Kaffee“ und „Tradition in Deutschland“ gedanklich mit einander zu verbinden. Natürlich geht das Ganze auch ohne Geburtstag und sogar ohne Oma, stattdessen mit der besten Freundin / dem besten Freund, aber halt gemeinsam mit netten, bekannten Menschen, gemütlich und am besten mit einem Stück Kuchen. Und dem Filterkaffee.

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AusländerIn sein

Ich laufe durch einen italienischen Supermarkt und versuche mich zurecht zu finden. Mein Italienisch ist (hoffentlich noch!) recht mangelhaft aber bei den meisten Lebensmitteln sieht man ja was drin ist. 😉 Nachdenklich betrachte ich das Nudelregal. Die Auswahl ist recht groß, ganz besonders springen mir aber die großen blauen Pappverpackungen ins Auge, die ich schon in so vielen deutschen Küchenschränken gesehen habe. Das passende Pesto gibt’s auch. Aber als ich ins Regal greife kommt es mir irgendwie komisch vor: Die blauen Nudeln sind mir für Italien irgendwie zu deutsch.

Kurze Zeit später, zwei Regale weiter. Ich gebe ich die verzweifelte Suche nach Haferflocken vorerst auf und packe italienische Brötchen ein. Schnell stelle ich fest, das diese (zugegeben, Discounter Qualität) nicht länger als 12 Stunden genießbar sind und schon überlege ich, mein Brot vielleicht doch selbst zu backen. Was soll ich sonst frühstücken? Zu Hause backe ich schließlich auch selbst!

Warum sind mir die italienischen Nudeln plötzlich zu deutsch? Und zeige ich mir mit der Brotbackerei nicht  gleichzeitig „typisch deutsche“ Vorlieben? Was ist eigentlich typisch deutsch? Und was ist typisch italienisch?

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Vom Anfangen

In knapp einer Wochen geht’s los. Ich fahre mit dem Zug über die Alpen und weiter bis nach Rom. Drei Monate werde ich dort verbringen, werde durch Roms Straßen zur Arbeit fahren, durch Museen stiefeln und in den Tiber spucken.

Am Anfang wird alles fremd sein, neu und aufregend. Vielleicht auch ein bisschen ungewohnt und unbequem. Eine Umgebung in die man sich erst hineinfinden muss.

Aber nach und nach werde ich merken: Das bleibt jetzt so. Und es wird sich anders anfühlen. Bekannter, gewohnter. Nicht mehr überraschend.

Ich finde diesen Prozess des Anfangens schon lange faszinierend. Denn letztendlich ist es doch immer das gleiche: Ob ich vor dem berüchtigten weißen Blatt sitze und eine Hausarbeit schreibe, ob ich in eine neue Stadt ziehe, einen neuen Menschen treffe oder manchmal auch, nur für mich beschließe: Jetzt fange ich noch mal neu an. Alles auf Anfang bitte.

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