Memories

Er grummelte kurz ohne es so zu meinen, dann widmete er sich wieder der Zeitung.

Gegen Nachmittag hatten sie dann Kaffee aufgesetzt – wie immer besorgt aus dem kleinen Café an dem sie ihr zweites zufälliges Treffen gehabt hatten und Cara hatte den Tisch draußen gedeckt und jedem ein Stück Kuchen auf den Teller gelegt.

Schließlich hatten sie die Sonne genießend auf der Terrasse gesessen und sich Kaffee und Kuchen schmecken lassen.

Schließlich war Cara aufgestanden und rein gegangen und Nathan spürte, dass sie nicht einfach nur auf Toilette gegangen war. Tatsächlich kam sie nur kurz später wieder raus, einen kleinen Beutel in der Hand. Sie setzte sich wieder und legte den Beutel zwischen sie beide.

„Ich habe hier noch ein Geschenk für dich, was ich dir lieber jetzt schon geben wollte, bevor wir nachher die Kinder treffen. Du weißt doch wie schnell diese Abende ausarten und wir Nicki und Steffi um halb zwölf erst verabschieden.“

Nathan nickte und blickte dabei verstohlen und neugierig auf den Beutel.

Seit ihrer Hochzeit hatte er wiederholt klar gemacht, dass er keine Geschenke brauchte und es ihm ausreichte, wenn er ihr eine Freunde machen durfte. Da Cara sich damit aber nicht zufrieden geben wollte, hatte er sich jedes Jahr einen gemeinsamen Besuch eines Konzertes oder Theaterstückes gewünscht.

Die Karten für das diesjährige Stück hatte er schon bekommen. Die hätte Cara aber auch nicht in diesen Beutel gestopft. Er war nur etwa faustgroß.

„Ich spann dich nicht länger auf die Folter“, schmunzelte Care und drückte ihm das Stück Stoff in die Hand. Er spürte sofort dass dort nicht nur ein Gegenstand drin war. Es fühlte sich an wie … wie Steine. Verwirrt runzelte er die Stirn. Dann öffnete er den Beutel und kippte den Inhalt vorsichtig auf den Tisch. Tatsächlich befanden sich nun elf sehr unterschiedliche Steine vor ihm. Er sah sie verwundert an, dann hoch zu seiner Frau und sein Blick verriet die Fragezeichen, denn sie setzte an ihm zu erklären, doch in dem Moment erkannte er einen der Steine.

„Ist das…“, er griff nach dem roten Stein. „Ist das der von Ken?“

Sie nickte. Dann griff sie nach dem zweiten sehr runden Stein. „Den hier hat mir Tante Ida geschenkt. An dem Tag als ich zufällig an der Koppel der Alpakas angehalten habe.“

Nathan betrachtete ihn und wurde von den Erinnerungen ihres ersten Treffens eingeholt. Schon damals hatte er gewusst, dass Cara ihm so schnell nicht mehr aus den Kopf gehen würde.

Cara fuhr fort.

„Den hier habe ich am Abend unseres ersten Dates eingesteckt. Er lag zwischen den anderen Kieselsteinen an dem Ufer des kleinen Sees.“

Sie wurde etwas rot bei dem nächsten „Den hier habe ich aus dem Café mitgehen lassen als ich gekündigt habe. Ohne meinen Job dort oder deinen Wunsch nach Kaffee hätten wir uns vielleicht ewig nicht wiedergesehen. Wenn überhaupt.“

Nathan gefiel die Idee, die dahinter steckte und er sah auf die Steine herab in dem Versuch einen von ihnen wieder zu erkennen. „Das hier“, er hob einen der kleinen roten Steine auf. „Das ist dein provisorischer Verlobungsring, oder?“ Sie nickte.

„Und der hier, den hat uns Amanda geschenkt?“ Cara nickte erneut und strich über den Stein. „An dem Tag als Nicki geboren wurde! Das hier ist das Äquivalent für Steffi.“

Nathan runzelte die Stirn. „Wo hast du denn an dem Tag einen Stein herbekommen?“ Fragte er und Cara erklärte „Du erinnerst dich doch noch dass die Wehen viel zu früh eingesetzt haben als wir auf der Silberhochzeit meiner Eltern waren, oder?“

Nathan nickte.