Memories

Nathan entzündete das Kaminholz während Cara eine Packung Kekse holte und Wasser aufsetzte. „Gute Idee!“ nickte Nathan und holte ihren aktuellen Roman. Sie hatten recht schnell festgestellt dass sie beide auf Fantasy standen und ähnliche Autoren in ihren Bücherregalen stehen hatten. Als Cara dann ein paar Tage krank gewesen war, hatte Nathan ihr aus einem Impuls heraus vorgelesen, da ihr das Augen offen halten schwer gefallen war.

Ihr hatte das so gut gefallen dass sie dies auch nach der Erkältung fortgesetzt hatten.

Cara hatte inzwischen Tee und Kekse neben das Sofa auf das kleine Beistelltischchen gestellt. Nun kuschelte sie sich in seine Arme auf das Sofa und zog die Decke bis zum Kinn während Nathan vorzulesen begann. Seine Stimme füllte recht schnell den Raum und zog sie beide gleichermaßen in die fremde Welt voller Zauber, magischer Kreaturen und den Kampf um Recht und Ordnung.

Als sie anderthalb Stunden später eine Pause einlegten waren der Tee ausgetrunken, die Kekse leer gegessen und der Himmel war tatsächlich aufgeklart. Die Sonne schaute hinter den letzten weißen Wolken hervor, die schnell über den Himmel zogen.

Der Wind des Sturms war noch immer da, doch der Regen hatte sich verzogen und so konnten sie doch noch das Strandhaus verlassen und über die Dünen zum Strand.

Beide waren dick eingepackt und bei Cara lugten nur Augen und Nase unter dem Gemisch aus Schal, Mütze und Kapuze hervor. Doch in ihrem Blick lag ein Strahlen, der Nathan das Herz warm werden ließ. Hier und da bückte sich Cara um eine Muschel oder einen besonders hübschen Stein aufzuheben.

Sie waren seit zwei Tagen an der Nordsee und schliefen im Ferienhaus von Caras Eltern, in dass die ganze Familie bereits in den Sommerurlaub fuhr, seit Caras ältere Schwester ein Baby gewesen war.

Zu Weihnachten hatte Cara ihm dann ein gemeinsames Wochenende an der See geschenkt.

Und auch wenn Nathan zu Beginn etwas nervös gewesen war vor ihrem ersten gemeinsamen Urlaub, hatte er sich doch auch auf die gemeinsame Zeit gefreut.

Nun konnte er einigen von Caras Erzählungen die entsprechenden Bilder zuordnen. Außerdem hatte er festgestellt, dass er seiner Freundin stundenlang dabei zu sehen konnte, wie sie über den Strand lief um sich immer wieder nach einer besonders schönen Muschel zu bücken und dann strahlend zu ihm herüber zu kommen und sie ihm zu präsentieren.

Aber auch ihm gefiel es hier am Meer und er konnte sich bereits vorstellen hier immer und immer wieder herzufahren.


„Ich kann nicht glauben dass mein Dad den falschen Tag angegeben hat“, grummelte Cara. Ihre Lippen hatten sich zu einer schmalen Linie verzogen und Nathan überlegte ob sie wütend war oder gleich anfangen würde zu weinen.
Er nahm sie wortlos in den Arm. „Ist doch halb so schlimm. Dann müssen wir halt einen Tag ohne unsere Möbel auskommen.“
„Aber das sollte doch unser Start in die eigenen vier, gemeinsamen Wände werden“, murmelte Cara gegen seine Brust. „Ich hab alles so perfekt geplant.“