Quarantäne und ein Ende

Bild: F.
Text: Annette


Sie sagten zu mir, ich müsse in Quarantäne gehen.

„Bleib in deiner Wohnung“, sagten sie mir.

„Wir bringen dir Essen und Trinken. Wir melden uns, wenn du wieder raus darfst“.

Sie verschlossen die Tür.

Sie stellten mir Essen und Trinken vor die Tür.

An welchem Tag das Erdbeben war, weiß ich nicht. Irgendwann hat sich das Haus ganz langsam zur Seite geneigt.

Seitdem ist es still. Sehr still. Draußen. Hier drinnen.

Kein Motorengeräusch. Keine Stimmen. Niemand klingelt oder klopft mehr an der Tür.

Der Hunger ließ sich aushalten und verschwand schließlich. Der Durst war grausam. Der Mund unvorstellbar trocken. Nun bin ich ein trockenes Blatt Herbstlaub.

Niemand kommt.

Ich öffne ein wenig die Augen und blinzle in das helle Licht. Ich sehe die Lampe, die schief von der schiefen Decke im schiefen Haus hängt.

Die Decke wollte ich auch noch zu Ende streichen.

Jetzt nicht mehr.


Annette

Ich schreibe gerne, weil ich seit ewigen Zeiten Worte mag.

Kreativität ist ein ständiger Prozess. Kreativität macht die Verbindung zur Welt möglich. Sowohl der inneren Welt als auch der äußeren Welt. Kreativität macht die Auseinandersetzung mit dieser Welt erst möglich.