Von Höhen und Felsen

Bild: AMK
Text:
Sharon Juni Leonie


Es gibt einen Fels auf dem zwei Stühle stehen und in der Mitte einen Tisch. Man sagt, wer sich dort niederlässt, der vergisst was ihn bedrückt. Man setzt sich also zu zweit nieder und ohne es zu sagen, legt man alles was man mit sich trägt vor sich auf den Tisch. Ein Bisschen von meinem und ein Bisschen von deinem und immer mehr. Irgendwann sind die Herzen leer und der Tisch voll und ohne dieses Gewicht, sind wir so leicht das wir nicht mehr sitzen bleiben können. Nun bleibt die Wahl, entweder fallen oder sich aneinander festhalten, denn für immer fort ist das Gewicht.

Es gibt einen Fels auf dem zwei Stühle stehen und in der Mitte einen Tisch. Dieser Tisch trägt das Gewicht das er tragen muss. Man fragt sich öfters, woraus ist er gemacht der reine Tisch?

Eines Tages stand er vor einem Felsen. Wütend und leer vor dieser Wand aus Stein und die Sonne brannte heiß und grell. Er wusste, dass auf der anderen Seite dieser Wand etwas sein musste. Nicht ganz sicher was es war, machte er sich dran den Felsen zu erklimmen. Seine Hände berührten und klammerten sich an heißen rauen Stein. Er zog sich nach Oben. Seine Wut gab ihm die Kraft und nahm ihm gleichzeitig den Atem. Eidechsen beobachteten ihn, versteckten sich jedoch in kleinen spalten die im Felsen waren. An Stellen die das Sonnenlicht nicht traf, dort war es kühl, fast kalt sogar. Sie beobachteten den Mann der seine Hände an der Felswand schnitt und sahen das Funkeln in seinen Augen und spürten seinen Herzschlag. Das Herz dieses Mannes schlug so fest. Er war nicht ungeschickt wie er dort diesen Felsen erklomm, doch etwas schien ihn am Boden halten zu wollen. Etwas Schweres drückte ihn nach unten und schien ihn gleichzeitig nach vorn zu bringen. Die Eidechse fällt ihr Urteil schnell. Ein seltsamer Mann der da gegen sein Herz und durch sein Herz die Wand erklomm.

Als der Mann die oberste Kante des Felsen ergriff, war er furchtbar ausser Atem. Mit letzter Kraft zog er sich hinauf. Er schaffte es indem er zunächst ein Bein über die Kante warf und sich mit Arm und Bein mehr schlecht als recht nach oben hievte. Mit letzter Kraft und schwerem Atem drehte er sich auf den Rücken. Sein Kopf fiel zur Seite und seine Augen waren vor Erschöpfung geschlossen. Einen Moment blieb er so liegen. Er spürte die Sonne, die Wärme die sie ausstrahlte, brannte nun nicht mehr, sondern wärmte ihn. Vorsichtig blinzelte er. In der Entfernung einer Armlänge sah er Beine aus Holz. Er legte seinen Kopf schräg und sah einen Tisch und zwei Stühle. Langsam drehte er sich zur Seite und setzte sich auf. Dann stand er auf und ihm blieb der Atem weg. Die Aussicht war so wunderschön. So schön dachte er, dass man alles Andere vergisst. Er zog einen der Stühle zurück und wollte sich setzten, doch er hielt inne. Er fragte sich, wie er auf den Felsen gekommen war. Da war etwas gewesen, etwas hatte ihn unglaublich wütend gemacht hatte. Wut hatte ihn angetrieben, den Felsen hinauf. Es war Wut auf diesen anderen Menschen gewesen, diesen Menschen den er so sehr liebte. Er liebte so sehr und nur deswegen konnte er auch so wütend werden. Nun war er hier oben, allein ohne diese Person. Er blickte auf den Tisch und wusste, dass was immer ihn wütend gemacht hatte, hier hätte es vergessen werden können. Aber das hatte er nicht gewusst als er sich wütend und allein an den Aufstieg begeben hatte. Er wusste nicht was am Ende des Weges, auf der anderen Seite der Mauer oder auf dem Gipfel sein würde. Er hatte sich keine Vorstellung gemacht und hätte er es getan, dann hätte er es doch niemals kommen sehen.